Tanzvermittlung / Lecture Performances / Recherchen 10: Behauptungen / Bildergalerie


© Jörg Baumann / talkART Tanzlabor_21 zu HautSache Bewegung am 11. April 2007

Regelmäßige Publikumsgespräche unter dem Titel „talkART Tanzlabor_21" zu Tanzaufführungen haben im Frühjahr 2007 begonnen. Öffentliche Lecture Performances bieten eine weitere Möglichkeit der Reflexion über die Kunstform Tanz. Weitere Vermittlungsformate sind in Planung, u.a. eine öffentliche Interview-Reihe zur choreographischen Praxis im Zeitgenössischen Tanz, die in Buchform dokumentiert werden soll.

Uhrzeit: jeweils im Anschluss an die Vorstellung
Ort: Künstlerhaus Mousonturm, Waldschmidtstr. 4, 60316 Frankfurt am Main
Preise talkART Tanzlabor_21: Eintritt frei

Tickets für die Vorstellungen: www.mousonturm.de oder 069.405895-20


talkART Tanzlabor_21 im August

Sa, 21.08.2010    Publikumsgespräch mit Alain Platel / Les Ballets C. de la B. nach der Vorstellung „Out of Context - for Pina" | Vorstellungsbeginn: 20.00 h

„Wann immer auch Worte nicht mehr in der Lage sind, unsere tiefsten Gefühle auszudrücken, übernimmt unser Körper." So beschreibt der flämische Star-Choreograf Alain Platel das Thema seines jüngsten Stückes. Aus hunderten kleiner Gesten, Drehungen und Zuckungen inszeniert er emotionale Ausnahmezustände, die neun großartige, virtuose Tänzer zu Szenen von berührender Intensität verdichten. Out of Context läßt die Schönheit des Absonderlichen sichtbar werden. Es ist auch eine Reise in die Vergangenheit der menschlichen Existenz auf der Suche nach ihren Wurzeln, nach etwas zwischen Mensch und Tier, nach einer Art Harmonie, die an der Dualität von Schönheit und Hässlichkeit, Gut und Böse, Ich und Du, Individuum und Gemeinschaft vorbei oder ihr voraus geht. „Nie war eine Arbeit von Alain Platel so spielerisch, so leicht und unangestrengt und dabei von abgründiger Melancholie durchwebt" Frankfurter Rundschau

Alain Platel, in Gent/Belgien geboren, ist einer der wichtigsten Choreografen der heutigen Zeit. Nach einer Ausbildung zum Heilpädagogen - er arbeitete fünf Jahre lang als Therapeut für schwer behinderte Kinder - gehört er 1984 zu den Mitbegründern der "Compagnie Les Ballets C. de la B." in Gent. Für seine Produktionen erhielt Alain Platel zahlreiche Preise unter anderem im Jahr 2004 den "Europäischen Theaterpreis für sein Lebenswerk".

 

Sa, 21.08.2010    Publikumsgespräch mit Gintersdorfer / Klaßen nach der Vorstellung „Logobi 04" | Vorstellungsbeginn: 20.00 h

Der Logobi ist einer von vielen Tänzen, die täglich auf den Straßen der afrikanischen Metropole Abidjan neu entstehen und Alltagswirklichkeit abbilden. Die Regisseurin Monika Gintersdorfer und der bildende Künstler Knut Klaßen arbeiten für ihre bisher fünfteilige Serie Logobi mit den ivorischen Tänzern und Choreografen Gotta Depri und Franck Edmond Yao alias Gadoukou la Star zusammen. Gemeinsam mit unterschiedlichen Kollegen der europäischen zeitgenössischen Tanzszene zeigen sie Verbindungslinien und Abgrenzungen zwischen den aktuellen, ivorischen Tänzen, traditionellem afrikanischen Tanz und der europäischen Tanzentwicklung des 20. und 21. Jahrhunderts. Für Logobi 04 treffen Franck Edmond Yao und der Choreograf Jochen Roller aufeinander.

 

Di, 24.08.2010    Publikumsgespräch mit Mathilde Monnier & Dominique Figarella nach der Vorstellung „Soapéra" | Vorstellungsbeginn: 20.00 h

„Wir entwerfen ein gemeinsames Stück, indem wir unsere jeweiligen Praxen verknüpfen". Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit mit KünstlerInnen verschiedener Disziplinen, darunter David Moss, Heiner Goebbels, La Ribot und Claire Denis, dreht sich Mathilde Monniers aktuelle Begegnung mit dem Künstler Dominique Figarella um die Beziehung von Tanz und Malerei und den Akt der gegenseitigen Übersetzung. Sie führen einen kreativen Dialog und zeigen einen lesbaren Arbeitsprozess, der eine in sich geschlossene Aufführung enthält. Das Bühnengeschehen wird dabei auf der bildhaften Ebene interpretiert und die choreografische Arbeit leitet sich aus der Kunst ab. Sie beginnt in einem Labor, das als Proberaum und Kunstatelier zugleich dient. Ein gemeinsamer Rahmen, ein gemeinsamer Ort der Präsentation und ein gemeinsamer dialektischer Zeitraum entstehen. 

 

Mi, 25.08.2010    Publikumsgespräch mit Dave St. Pierre nach der Vorstellung „Soapéra" | Vorstellungsbeginn: 21.00 h

LIBIDO" zeigt uns in all unserer animalischen Pracht. Wir betrachten den sexuellen Wettbewerb und die Eifersucht; unser Bedürfnis, begehrenswert und attraktiv zu sein und unsere Verführungsstrategien oder unsere verzweifelten Versuche, das Objekt unserer Begierde von anderen zu isolieren. Wir untersuchen die Konflikte, die bei drei konkurrierenden sexuellen Wesen in einem leeren Raum aufkommen. „LIBIDO" ist eine simple Dokumentation von Lust und Sex, von unseren lächerlichsten zu unseren schmerzlichsten und verzweifeltsten Momenten.

„L'homme est un animal." Dave St. Pierre
„I want to fuck you like an animal." Nine Inch Nails

 

Sa, 28.08.2010    Publikumsgespräch mit VA Wölfl / NEUER TANZ nach der Vorstellung „winged nightmare left wing" (Error-Version) | Vorstellungsbeginn: 20.00 h

Ein "...verkrampft-quarkiges Kunstbemühen."
Frankfurter Rundschau, Sylvia Staude 24.9.03

"... Eine gewaltige Kunstanstrengung .... Diese Art von unkommentierter Ästhetisierung drückt die Raumtemperatur auf Kühlschrank-Niveau... Ein Alptraum ist dies nicht, aber eine gewaltige Kunstanstrengung und Geduldsprobe."
Westdeutsche Zeitung, Bettina Trouwborst 23.9.03

"...fast fotographische Bilder, die lange belichtet werden, bevor sie sich lansam wieder von unserer Netzhaut verabschieden. Dabei kann einem die Zeit schon mal lang werden."
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Gerald Siegmund 22.9.03

 

talkART Tanzlabor_21 im September 

Fr, 10.09.2010    Publikumsgespräch mit Ted Stoffer & Sayaka Kaiwa (USA/BE/JP) nach der Vorstellung „Rencontres des Imbéciles" | Vorstellungsbeginn: 20.00 h

'Identity is such a concept - operating ?under erasure? in the interval between reversal and emergence.' Stuart Hall, Cultural Theorist

Was ist Identität?
Wie definieren wir uns selbst?
Wie definieren wir die Parameter, an denen wir unsere sozialen, politischen, kulturellen, persönlichen und digitalen Identitäten messen?

Besitzen wir Macht/Angst/Liebe oder sind wir besessen von ihnen?